Von + Hermann Abels

Über die Zeit der Erbauung der Schärpenburg an der Westseite des Dorfes Heede fehlt uns jede urkundliche oder sonstige schriftliche Nachricht. Aber dennoch läßt sich ihre Entstehung im allgemeinen mit hinreichender Sicherheit schon aus den zeitgeschichtlichen Verhältnissen bestimmen.

Aus der unbestreitbar feststehenden Tatsache, daß sie eine münsterische Burg kleineren Umfangs war,

Priorin des Zisterzienserinnen-Klosters Gravenhorst bei Rheine.

Von Hermann Abels.

Der frühere Seitenaltar in der Kirche zu Heede an der Stelle, wo sich jetzt die Kanzel befindet, wies folgende Inschrift an der Predella auf:

„Anno 1644 hadt die Wollerwürdig Wolledle Junffer Walburgis von Heda, geborhne Tochter von Hause Heda, Priorin deß Klosters Gravenhorst, Diß Altar zu Gottes Ehren undt ihrer gottsahligen Voreltern Gedachtniß erfertigen lassen. 1644. Cum Privilegio.“

Aus dem Nachlass von H. Abels, Paderborn.

Wenn man über den Damm von Dörpen nach Heede geht, erblickt man den östlichen Teil des Dorfes Heede und als dessen Abschluss die Kirche. Schlicht und einfach, in feierlich erhabener Ruhe liegt sie da, ein Dorfheiligtum, wie es in das Gesamtbild der flachen Gegend nicht besser passen kann. Der massige Turm ragt nur mit seiner Pyramidenspitze über das Kirchdach hervor, aber gerade das wirkt am meisten dazu mit, das Bild des Ganzen wie das der Kirche selbst zu vervollständigen und zu harmonisieren.

Aus dem Nachlass von Hermann Abels, Paderborn.

Heede wird zwar erst 1212 urkundlich erwähnt und nicht einmal als Dorf, sondern als Lehngut des Bistums Münster; es war in der Zeit, als Münster seinen Besitz im Emslande gegen die Friesen schützen musste und deshalb an der Grenze von Rhede bis zur Papenburg eine Reihe von Burgen baute. Das Haus Heede südwestlich von der jetzigen Kirche war keine Burg im eigentlichen Sinne, sondern ein alter sächsischer Haupthof mit einer Reihe umliegender, von ihm abhängiger Bauernhöfe (Hunfelde, Soring usw.).

Aus dem Nachlass von Hermann Abels.

„Hochtiedgoahn, Gevadderstoahn un Fenstergäwen heff de Bur tou de Ploaze utdräwen“, so sagt ein alter emsländischer Spruch. Was hat es mit dem „Fenstergäwen“ für eine Bewandtnis?

In den „Heimatblättern der Roten Erde“, Jahrg. 1925, Heft 9 (S. 416 ff) bringt unser Landsmann Dr. Hüer einen Aufsatz über die alte Sitte an Kirchen, verdiente Personen usw. farbige Glasfenster als Zierde des Gotteshauses oder der Privatwohnung zu schenken, was später auch dahin führte, dass beim Neubau von Bürgerhäusern von Nachbarn, Freunden oder Verwandten gemalte Fensterscheiben gewidmet wurden, die in den meisten Fällen allerdings über den Wert handwerksmäßiger Arbeiten nicht hinausgingen und nur einen kleinen Umfang hatten entsprechend den Fensterscheiben der früheren Zeit.

Das Gut Scharpenburg ist durch Teilung des alten Rittersitzes Heede entstanden. Dieser war von Steven v. Oltman gen. v. Heede auf seine Söhne Coep und Werenbold vererbt worden. Am 16. Oktober 1467 machten diese einen Erbvertrag. Coep, der als der ältere der eigentliche Lehnserbe war, trat mit Einwilligung seiner Frau Mete das Stammhaus Heede, die Kirche und die zum Gut gehörende Kapelle sowie den größten Teil der Ländereien seinem Bruder Werenbold ab.

Die Geschichte des Gutes Heede verliert sich in das Reich der Sage. Nach ihr soll der heilige Ludger den Hof zu Heede käuflich erworben haben, um auf eigenem Grund seiner Gewohnheit gemäß übernachten zu können, wenn er von seiner westfriesischen Heimat aus seine Besitzungen in Bokeloh und Thuine besuchte. Er musste dazu den einzigen stets wasserfreien Weg über die Bourtange nehmen, der weiterhin durch Heede führte. Zur Befriedigung seiner religiösen Bedürfnisse hätte er auf dem Hof eine Kapelle erbaut.

Aus dem Nachlasse des Professors Wenker bearbeitet von Studienrat Geppert.

Wandern wir auf dem alten Heer- und Handelswege von Landegge nach Norden, so gelangen wir zum Kirchdorfe Heede, wo wir auf alten Kulturboden stoßen. Kurz vor Heede liegt der Lehnhof Hunfelde, der dem Kloster Werden a. d. Ruhr gehörte. Bekanntlich war Werden die Lieblingsgründung des hl. Ludgerus, des ersten Bischofs von Münster, der auf seinen Missionsreisen nach Ostfriesland diesen linksemsischen Weg benutzen musste und unterwegs am liebsten auf eigenem Klostergute Rast machte.

Aus dem Nachlasse des Professors Wenker bearbeitet von Studienrat Geppert.

Im ganzen Emslande ist die 1.000jährige Linde berühmt und bekannt als ein Baumriese von 13einhalb Meter Umfang; 8 Männer sind nötig, ihren Riesenleib zu umspannen. Dieser reckt sich etwa 4 Meter in die Höhe, und dann gehen 16 Äste, jeder baumdick, nach allen Seiten auseinander und strecken ihr dichtes Gezweig zum Himmelszelt empor.

Von Hermann Abels aus Heede

Schon in der ersten geschichtlichen Zeit des Emslandes tritt uns das "Haus Heede" als Besitz des Bistums Münster entgegen, was wohl ohne Zweifel mit dem Umstande zusammenhängt, dass der nördliche Teil des Emslandes, der sogenannte sächsische Emsgau (die alten Kirchspiele Aschendorf, Rhede und Heede) nicht von Osnabrück, sondern von Münster aus durch den hl. Ludgerus dem christlichen Glauben zugeführt worden sind.