Kinofilm Division Brandenburg


Die alte Heeder Emsbrücke diente 1960 als Kulisse für den Film Division Brandenburg. Viele Heeder fungierten bei den einige Tage dauernden Dreharbeiten als Statisten.



„Division Brandenburg“, das war der Name der geheimnisumwitterten Geistertruppe

des Admirals Canaris. Pausenlos wurde sie in tausendfacher Verkleidung in den Uniformen des Feindes von Einsatz zu Einsatz gehetzt. Spuren aus Tränen und Blut zeichneten ihren Weg vom Nordkap bis nach Afrika – vom Atlantik bis zum Kaukasus. Gnadenlose Partisanenkämpfe, grausame Vergeltungsaktionen, denen auch unschuldige Frauen und Kinder zum Opfer fielen, sind ebenso sehr mit dem Namen „Brandenburg“ verbunden wie die tollkühnen Husarenstreiche dieses „verlorenen Haufens“. Freund und Feind bewunderten und fürchteten die Männer, auf deren Fahne „Schwert und Fragezeichen“ stand und deren Parole hieß: Ihr sollt ein Haufen sein, mit dem man den Teufel aus der Hölle holen kann!“

Was ist geblieben?

Dort, wo sie kämpften, die Erinnerung an das Grauen, das sie verbreiteten. Dort, wo sie starben, der Geruch der Verwesung, der die Galgen umwehte, an denen die verwegenen Abenteurer und verblendeten Idealisten gerichtet wurden, wenn sie in Feindeshand fielen. –

In früheren Jahrhunderten hätte man die Männer der „Division Brandenburg“ Helden genannt, hätte sie bewundert wegen ihres Todesmutes und ihrer verzweifelten Kameradschaft im Angesicht eines unausweichlichen Schicksals. –

Doch wollen wir nicht vergessen, dass sie die Legionäre des Schreckens waren, von einem verbrecherischen System missbraucht und in einen schmutzigen Tod getrieben. –

Eine Gruppe der „Division Brandenburg“, deren Schicksal unser Film schildert, wird von dem Major Professor Dr. Ungerland geführt, einem scheinbar unbarmherzigen Draufgänger. Sie hat gerade ihren ersten fehlgeschlagenen Einsatz in der Heimat hinter sich. Major Ungerland hat eine Ernstfallübung angesetzt, bei der es drei Tote gab. Aber der Major braucht sich nicht zu verantworten, ein Kriegsgericht bleibt ihm erspart und ebenso seinem Oberleutnant Pflug,

einem noch jungen, sympathischen Offizier und auch dem Jüngsten der Gruppe, Leutnant Czerny, der durch seine Unaufmerksamkeit am Tode dreier Männer der „Division Brandenburg“ schuldig geworden ist. Oberst Derndorff, Kommandeur der „Brandenburger“ befiehlt sie schon zu neuem Einsatz. –

Englische Fallschirmtruppen stehen im Vorderen Orient Gewehr bei Fuß, um die rumänischen Ölfelder zu sichern. Möglicherweise werden die Engländer den Transport des rumänischen Öls nach Deutschland zu sperren versuchen. Ein Anschlag auf das Eiserne Tor bei Kazan liegt in der Luft. Er muss auf jeden Fall verhindert werden. Der Einsatz der Brandenburger ist heikel, aber von kriegsentscheidender Bedeutung. –

Ungerland, der als Balkanexperte gilt, und Pflug, der lange in Rumänien gelebt hat, sind die geeignetsten Männer für das Unternehmen, für das sie freilich erst noch Freiwillige anwerben müssen. Jeder tut das auf seine Art. Pflug bringt den Schiffer Jonas und den Kranführer Kugelmann. Ungerland scheut nicht davor zurück, seinen ehemaligen Assistenten und Mitarbeiter Dr. Dörner, einen Halbjuden, zu zwingen, in das zweifelhafte Unternehmen einzusteigen, weil er glaubt, ihn als Völkerkundler und Sprachgenie für diesen Einsatz gut gebrauchen zu können. –

Nach kurzer, aber harter Ausbildung erfolgt ihr getarnter Einsatz als Angestellte der Donau-Lloyd-Schifffahrtsgesellschaft, deren Direktor Markwitz über die Aufgaben der Gruppe unterrichtet ist. Im Hafen von Sulina läuft eines Tages die „Mardinian“ ein, die sofort das Interesse Pflugs erregt. Ist der Dampfer mit Zement beladen? Soll seine in Donaukähne umgeladene Fracht am Eisernen Tor versenkt werden, um die Öltransporter an der Weiterfahrt zu hindern? Was aber Pflug und Czerny auch unternehmen, sie kommen an die Ladung nicht heran, werden sogar von den englischen Wachen entdeckt und Pflug wird auf Grund dieses Spionageunternehmens aus Rumänien ausgewiesen. Nur 24 Stunden Zeit bleiben ihm, dann muss er das Land verlassen. In diesen Stunden aber reift ein kühner Plan.

Das Unternehmen „Büstenhalter“ wird eingefädelt, die Besatzung eines ganzes Schleppzuges in einer Hafenspelunke betrunken gemacht, aber die List zeigt keine Früchte, denn nun übernimmt das seemännische Personal der „Mardinian“ die Aufgaben der betrunkenen Besatzung des Schleppzuges. –

Schon plant Pflug einen neuen Handstreich: In der Uniform der rumänischen Donau-Polizei sollen seine Leute die Ladung kontrollieren.

Aber der englische Sicherheitsdienst ist auf Draht. Ungerland, der das Unternehmen vom Land beobachtet, gibt schon auf; Telegramme spielen nach Berlin, Ungerland wird um seine Versetzung nachsuchen, wenn es nicht schlimmer kommt. Da sieht Pflug seine letzte Chance in einem tollkühnen Handstreich. Der Wasserweg auf der Donau bleibt frei…                     - So zogen sie hinaus in ihr erstes Abenteuer, die Pflugs, Czernys, Jonas, Kugelmanns und Dörners. Aber, was als spannungsgeladenes Abenteuer begann, endete in einem Himmelfahrtskommando. Mitgegangen – mitgehangen, auch das war eine Parole der Brandenburger. – Wir begegnen ihnen wieder als das „Unternehmen Barbarossa“, der Feldzug gegen Russland vor der Tür steht. Major Ungerland hat den Auftrag bekommen, Pläne für einen Handstreich auszuarbeiten, der eine Brücke - weit im Rücken des Feindes – unversehrt in ihre Hand bringen soll. Die Tarnung muss diesmal vollkommen sein. Nur in der Uniform des Feindes kann ihnen dieser Handstreich gelingen. Wieder müssen die Besten der schon erprobten Brandenburger heran. Wieder sind Pflug, Czerny, Jonas, Kugelmann und Dörner mit dabei, als unter Führung eines Polen hinter die feindlichen Linien geht.

Aber es ist kein „rumänisches Abenteuer“ mehr, jetzt ist es ein wahres Himmelfahrts- kommando.

Und es gibt einen unter ihnen, der erkannt hat, dass da etwas nicht stimmt, der zum echten Widerstandskämpfer wird und dennoch das Schicksal nicht meistern kann. Der mitansehen muss, wie das ganze todgeweihte Häuflein an der Brücke über die Bierbza, einer nach dem anderen, zugrunde geht. -

Nur der Major Ungerland freut sich seines Sieges, denn er hat den Plan entwickelt. Er sieht, dass die Brücke unversehrt bleibt, und er freut sich seines Triumphes. Er stürzt der siegreichen deutschen Panzerspitze entgegen. Aber nun macht er einen winzigen, jedoch entscheidenden Fehler. Der eiskalte Major hat übersehen, dass er noch in der Uniform des Feindes gekleidet ist. Er will es nicht glauben, als plötzlich das MG des Panzers aufbellt. Er kann es auch nicht mehr glauben, der Major Ungerland - denn er ist tot. Gestorben als letzter einer Gruppe „Brandenburger“…




Quelle: Das Neue Filmprogramm