Jubiläum der Barmherzigkeit

8. Dezember 2015 bis 20. November 2016


Das Anliegen des Papstes
Aus der Ansprache bei der Generalaudienz am 9. Dez. 2015:
Die Kirche und wir alle brauchen dieses Jahr, das uns die Gegenwart und Nähe Gottes besonders zeigt, wir brauchen seine göttliche Barm¬her¬zig¬keit, die das Dunkel der Sünde überstrahlt. Die Barmherzigkeit zeigt einen ganz wesentlichen Aspekt des Evangeliums auf: Jesus Christus, die menschgewordene Barmher¬zigkeit, offenbart uns die Liebe des dreifaltigen Gottes. Das Heilige Jahr ruft uns auf, das Geschenk der Barmherzigkeit neu zu leben. Lassen wir uns von der milden Vergebung Gottes berühren. Dann werden auch wir tiefer verstehen, was „Gott am meisten gefällt“: einander vergeben und Barmherzigkeit erweisen. In diesem Sinne vermittelt uns auch jede Erneuerung der kirchlichen Einrichtungen und Strukturen eine lebendige Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit. Das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes breite sich durch uns aus, hinein in die ganze Gesellschaft, die verschiedenen Institutionen, die Arbeitsstellen und Familien. Die Gabe der Barmherzigkeit führt uns dazu, Gutes zu tun. Sie befreit uns von der Eigenliebe und öffnet uns für die wirkliche Liebe. In diesem Licht werden wir uns selbst als Sünder erkennen und bekennen, damit wir die göttliche Barmherzigkeit erfahren. Die Barmherzigkeit Gottes verändert die Welt!


Heilige Pforte HeedeDie Pforte der Barmherzigkeit
Die Tür hat in kirchlichen Gebäuden immer eine große symbolische Bedeutung.  Beim Evangelisten Johannes sagte Jesus: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“ Im Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit erfährt der Mensch in Verbindung mit den Sakramenten der Versöhnung und der Eucharistie die tröstende Liebe Gottes, die vergibt und Hoffnung schenkt.

Am 8. Dezember wurde die Hl. Pforte im Petersdom geöffnet. Am dritten Advent wurden ebenfalls in den Bischofskirchen weltweit und nach Ermessen des Ortbischofs auch in den Wallfahrtsorten eine Heilige Pforte geöffnet. 

In unserem Bistum wurde im Dom zu Osnabrück, in den Wallfahrtskirchen von Wietmarschen, Lage und Rulle sowie in der Kapelle des Josef Stiftes in Bremen und in der Leeraner St. Michaelskirche, mit der auf die Barmherzigkeit aufmerksam gemacht wird, die die Lübecker Kapläne geübt haben, eine Pforte der Barmherzigkeit geöffnet.

Zu unserer Gebetsstätte kommen viele Pilger, die im Vertrauen auf die Fürsprache Mariens die Barmherzigkeit Gottes anrufen und diese besonders in der Beichte sowie in der Stille der eucharistischen Anbetung  suchen und empfangen. Aus diesem Grund wünschte unser Bischof ebenfalls eine „Pforte der Barmherzigkeit“ an unserer Gebetsstätte und hat dafür den Außeneingang der Beichtkapelle bestimmt.

Das Sakrament der Versöhnung - Beichte
In der Ansprache an die deutschen Bischöfe betonte Papst Franziskus, „…das bevorstehende außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit bietet die Gelegenheit, das Sakrament der Buße und der Versöhnung wieder neu zu entdecken. Die Beichte ist der Ort, wo einem Gottes Vergebung und Barmherzigkeit geschenkt wird. In der Beichte beginnt die Umwandlung des einzelnen Gläubigen und die Reform der Kirche.“

Der Jubiläumsablass
In der Verkündigungsbulle zum Jahr der Barmherzigkeit erklärt Papst Franziskus: „Dieser gewinnt besondere Bedeutung im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. Die Vergebung unserer Sünden durch Gott ist grenzenlos. Im Sakrament der Versöhnung vergibt Gott die Sünden, die damit wirklich ausgelöscht sind. Trotzdem bleiben die negativen Spuren, die diese in unserem Verhalten und in unserem Denken hinterlassen haben. Die Barmherzigkeit Gottes ist aber auch stärker als diese. Sie wird zum Ablass, den der Vater durch die Kirche, die Braut Christi, dem Sünder, dem vergeben wurde, schenkt und der ihn von allen Konsequenzen der Sünde befreit, so dass er wieder neu aus Liebe handeln kann und vielmehr in der Liebe wächst, als erneut in die Sünde zu fallen.“

Bedingungen zur Erlangung des Ablasses:
Wir sind als Menschen frei, dieses Geschenk anzunehmen, dessen Ausgangspunkt die reiche Barmherzigkeit Gottes ist.

Ein getaufter Christ kann einen Ablass unter folgenden Voraussetzungen gewinnen:

  • Durchschreiten der Hl. Pforte/Pforte der Barmherzigkeit
  • Bereitschaft zum Abkehr von der Sünde und Hinwendung zum Barmherzigen Vater
  • Empfang des Bußsakramentes/Beichte
  • Empfang der hl. Kommunion
  • Gebete: Glaubensbekenntnis, Vater unser und Gebet in den Anliegen des Hl. Vaters, besonders das Gebet zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.
    Zum Abschluss der Gebets- und Betrachtungszeit bietet sich die Anrufung der göttlichen Barmherzigkeit an, z. B. „Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!“

* Kranken, denen das Gehen durch die Pforte nicht möglich ist, können den Jubiläumsablass erlangen, indem sie die Kommunion empfangen oder an der hl. Messe und am gemeinschaftlichen Gebet – auch über Medien – teilnehmen.

Regelmäßige Beichtgelegenheit in der Gebetsstätte Heede:

Sonntag:                          15.00 bis 16.00 Uhr

Mo., Die., Fr.:                   18.30 bis 19.00 Uhr

Mittwoch:                         14.30 bis 15.00 Uhr sowie von 16.00 bis 16.30 Uhr

Donnerstag:                     19.00 bis 20.00 Uhr

Samstag:                         15.00 bis 17.00 Uhr


Gebet zum Jubiläum der Barmherzigkeit

Herr Jesus Christus, du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein
wie der himmlische Vater, und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.
Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden.

Dein liebender Blick
befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes;
erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon,
das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen;
ließ Petrus nach seinem Verrat weinen
und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.
Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören,
als sei es an uns persönlich gerichtet:
„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“
 
Du bist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Vaters
und offenbarst uns den Gott, der seine Allmacht vor allem
in der Vergebung und in der Barmherzigkeit zeigt.
Mache die Kirche in der Welt zu deinem sichtbaren Antlitz,
dem Angesicht ihres auferstandenen und verherrlichten Herrn.
 
Du wolltest, dass deine Diener selbst der Schwachheit unterworfen sind,
damit sie Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben.
Schenke allen, die sich an sie wenden,
die Erfahrung, von Gott erwartet und geliebt zu sein
und bei ihm Vergebung zu finden.
 
Sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung,
damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde
und deine Kirche mit neuer Begeisterung
den Armen die Frohe Botschaft bringe,
den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde
und den Blinden die Augen öffne.
 
So bitten wir dich, auf die Fürsprache Marias, der Mutter der Barmherzigkeit, der du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes
lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.